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Viele fragen uns, ob  der Schmerzt nach dem ersten Trauerjahr abnimmt. Gerne würden wir mit einem „JA“ antworten. Aber so ist es nicht. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr steigt unsere Sehnsucht nach Anita und Rita. Sie fehlen uns so sehr, dass oft nichts diese Sehnsucht stillen kann. Viele Fragen Quälen noch, die uns keiner beantworten kann. Es sind so viele alltägliche Dinge, mit denen man fertig werden muss. Es sind viele schöne Erinnerungen, die gleichzeitig so schmerzhaft sind. Oft denkt man, die Familie ist zusammen gewachsen. Sogleich kommen wieder Zeiten, wo jeder  nur für sich grübelt und trauert und wir hilflos warten, bis es wieder besser wird. So sieht die Realität aus, man kann nichts schön reden. Aber, es gibt ein positives ABER. Da ist Gott, unser himmlischer Vater und Tröster. Wenn wir unseren Herrn nicht an unserer Seite hätten, wäre die Last nicht zu tragen. Danke, Jesus, danke für jeden Tag, an dem du uns trägst, begleitest und hilfst einen Schritt vor den anderen zu setzen. Dich beten wir an, weil du unser König und Schöpfer bist.

Maria  und ich (Mütter von Rita und Anita) waren im Juni, dieses Jahres in Brake zu einer Frauenfreizeit. Wir erlebten  eine wunderbare, erholsame Zeit. Was uns sehr bewegt und erfreut hat, ist ein wunderschöner Gedenkplatz, den die Bibelschule Brake gestaltet hat im Andenken an Anita und Rita. Wir durften am 12. Juni, zum Jahrestag, bei der Einweihung des besonderen Ortes dabei sein, wo zwei Quittenbäumchen eingepflanzt wurden. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die es möglich gemacht haben, die mit ihrer Kreativität, viel Fleiß und besonders mit viel Herz und Liebe dazu beigetragen haben. Es war sehr, sehr bewegend, emotional und gesegnet.

Danke allen, die immer noch beten und an uns denken.

Die unten aufgeführten Bilder sind vom 12. Juni 2010 in Brake.

Liebe Freunde!

Seit unserem letzten Bericht hat sich im neuen Projekt so einiges getan.  Gott ist treu und das erlebt Thomas, unser Missionar vor Ort, jeden Tag. Wir wollen euch gerne auf dem Laufenden halten. Die folgenden Bilder zeigen, wie schnell das Projekt in Afrika wächst. Wir sehnen schon den Tag herbei, an dem die ersten Kinder ins Dorf einziehen.

Liebe Freunde und Interessenten,

wir durften mit einer Einsatzgruppe aus der Immanuelgemeinde an den ersten grundlegenden Maßnahmen für das neue Projekt in Mdeka, dass in Gedenken an Anita und Rita gegründet wird, teilhaben und wollen euch davon berichten.

In Malawi, einem Land mit anderen Sitten und einer anderen Kultur,  durften wir erleben, dass Gott auch dort derselbe ist.  Wir sind in der dritten Woche unseres Malawi- Aufenthaltes nach Mdeka gefahren um bei der Wasserbohrung für das Projekt dabei zu sein. Wir sind sehr dankbar, dass die Wasserbohrung während unseres Einsatzes stattgefunden hat. Gott hat das möglich gemacht! In Afrika muss man nämlich immer damit rechnen, dass solche großen Vorhaben aufgrund von kleinen, in Deutschland undenkbaren Problemen, scheitern. Die Wasserbohrung wurde während unseres Aufenthaltes zweimal verschoben. Einer der Gründe war, dass die Firma nicht ausreichend Rohre auf Lager hatten und auch Schwierigkeiten hatte sie zu besorgen. Dass die Rohre dann doch noch besorgt werden konnten, sehen wir als Gebetserhörung. Es war sehr interessant zu sehen wie eine Wasserbohrung durchgeführt wird. Nachdem ein Fachmann einige Bodenmessungen macht und mögliche Orte angibt wo man auf Wasser stoßen könnte, wird angefangen zu bohren. Man kann beim ersten Versuch entweder Glück haben und auf Wasser stoßen, oder man muss es anschließend noch an anderen Stellen versuchen. Der erste Anlauf in Mdeka war erfolgreich und es war sehr bewegend zu sehen wie aus der Erde erst nur Schmutz, dann feuchte Erde und am Ende sauberes Wasser hochgespritzt kam. Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Kinderprojekt ist nun erfolgreich getätigt worden. Zum Schutz der Wasserpumpe haben einige Männer aus unserer Gruppe auch die ersten Mauerarbeiten um die Pumpe herum getätigt, damit die vorgefertigte abschließbare Abdeckung auch angebracht werden konnte.

Was uns als Gruppe sehr gefreut hat war, dass man auf dem Grundstück schon die ersten Baumaterialien gesehen hat. Große Steine für das Fundament und Sand wurden schon geliefert und der erste angestellte Arbeiter hat angefangen Bäume zu fällen, sodass dort bald die Mauerarbeiten anfangen können. Während unseres Aufenthaltes wurden auch die ersten selbstgebrannten Steine auf das Projekt gebracht. Weil die Afrikaner die Steine selber formen und brennen, sind  sie nur zu bestimmten Jahreszeiten erhältlich.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Mdeka durften wir auch den Architekten kennenlernen. Er hat das Projekt voller Liebe und tollen Ideen geplant und man hat gesehen, dass er sich freut mit seinen Fähigkeiten an diesem Projekt  mitwirken zu können. Er hat bei der Vermessung des Grundstücks geholfen und einen Mitarbeiter aus dem Gründungsteam schon ganz in die Pläne hineingenommen.

Seit Anfang Juni ist der erste Mitarbeiter des Gründungsteams in Malawi. Nach der Einarbeitung, in dem größten bestehenden Kinderdorf, wird er die Arbeit in Mdeka starten. Im Herbst werden dann drei weitere Mitarbeiter folgen, die für ein Jahr ihre Zeit und Energie für Jesus einsetzen und in diesem Projekt mitwirken. Wir freuen uns sehr über dieses Team und wollen alle Leser dieser Seite bitten diese vier junge Menschen (Thomas, Johanna, Annika und Anatol) in das tägliche Gebet mit einzuschließen.

Wer noch mehr über die Fortschritte im neuen Projekt erfahren möchte, der kann unter www.thomas-koschel.de direkt aus Malawi Informationen erhalten.

Vielen Dank für euer großes Interesse und jegliche Unterstützung. Wir wünschen euch den guten Segen unseres großen Gottes.

Im Anhang sehen sie eine Bilderreihe, die es sehr anschaulich macht, wie die Wasserbohrung vor Ort statt gefunden hat.




Wir danken euch herzlich für das Interesse und für die Begleitung. Es bedeutet uns sehr viel. Nun ist fast ein Jahr vergangen, seit dem Verlust unserer Töchter. Sie fehlen uns sehr, die Sehnsucht ist oft schier unerträglich. Und doch sind wir Gott dankbar für die gute Erinnerungen und dass Er uns trägt und jeden Tag neuen Mut und Kraft zum weitermachen schenkt. Er lässt etwas Gutes entstehen und davon wollen wir euch gerne berichten.

Es gibt gute Nachrichten. Es ist soweit. Die Vorbereitungen für das neue Projekt in Malawi zu Ehren von Anita und Rita, „AUS LIEBE ZU JESUS“, laufen auf Hochtouren. Wir sind Gott sehr dankbar für vier freiwillige junge Menschen, die sich entschieden haben als Missionare in das Projekt zu gehen. Ein guter Freund der Mission „To All Nations“, ein Architekt, hatte angeboten die Zeichnung für das Baugrundstück zu übernehmen. Die fertige Zeichnung ist dem Bericht beigefügt. Am 05.06.10 fliegt eine Einsatzgruppe von 15 Personen aus Wolfsburg für 3 Wochen nach Malawi, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten und genau mit Bildern und Videos über die Fortschritte berichten, sobald die Gruppe Ende Juni wieder zurück ist.

Dieser schicke Toyota, den ihr unten auf den Bildern seht, wurde in den letzten Wochen für das Projekt besorgt.

Wir haben eine Bedarfsliste für Malawi erstellt. Schaut sie euch bitte durch. Wenn jemand etwas davon zu Hause liegen hat oder eine Möglichkeit hat es günstig zu besorgen, bitten wir um eine Nachricht über die im Impressum angegebene Kontaktemailadresse. Wir danken herzlich im Voraus für die Unterstützung und bleiben in Verbindung.

Im Jahr 1972 zog auf Wunsch der jemenitischen Regierung ein junges Arztehepaar von Worldwide Services nach Saada. Dort stand ein Klinikgebäude mit minimaler Ausrüstung. Niemand arbeitete dort.

Ständig wurde einheimisches Personal ausgebildet. Der weitaus größte Anteil der Mitarbeiter entstand ein medizinisches Angebot für den gesamten Regierungsbezirk Saada. Sowohl hinsichtlich der Qualität musst das Republican Hospital Saada den Vergleich mit anderen Krankenhäusern des Landes nicht scheuen, obwohl der Anteil einheimischer Arbeitskräfte wesentlich höher ist und die finanziellen Mittel wesentlich geringer als in den meisten anderen guten Krankenhäusern.

Ein Beispiel ist die zahnärztliche Abteilung: Viele Jahre wurden schmerzhafte Zähne einfach gezogen. Nachdem im Jahr 2000 ein Zahnarzt von Worldwide Services die Abteilung übernahm, beschäftigte das jemenitische Gesundheitsamt sechs qualifizierte Facharbeiter im zahnmedizinischen Bereich in dieser Abteilung. Ihre Ergebnisse waren von unvergleichlicher Qualität im Regierungsbezirk.

Bis 1994 war das Krankenhaus eine reine Männerdomäne im Hinblick auf das Personal. Worldwide Services beschäftige Frauen als Mitarbeiter für die hilfsbedürftigen Frauen und bot 1994 einen Kurs für Hebammen in Zusammenarbeit mit dem jemenitischen Gesundheitsministerium an unter der Bedingung, dass diese Frauen dann auch im Krankenhaus arbeiteten. Zuvor übernahmen jemenitische Krankenpfleger gelegentlich die Arbeit im Kreißsaal, wenn keine Hebamme von Wordwide Services dafür frei war. Die Familien dieser Frauen erlaubten, dass sie zusammen mit einer Mitarbeiterin von Wordwide Services im Dienst waren. Mittlerweile sind etwa ein Viertel aller Angestellten im Krankenhaus Frauen. So übernehmen die jemenitischen Hebammen auch selbstständig Dienste. Der gemeinsame Dienst von diesen Hebammen und wenigen Hebammen von Worldwide Services war bei den Frauen so beliebt und ihr Ruf so gut, dass jährlich die Anzahl der Geburten stieg. Dabei lag die Komplikationsrate weit unter dem Landesdurchschnitt. Diese Entwicklung wäre nicht möglich gewesen ohne die gute Zusammenarbeit zwischen Worldwide Services und den örtlichen Behörden sowie der Unterstützung aus der Bevölkerung.

Über die Jahre lernten hunderte von Leuten durch Worldwide Services den Jemen kennen und lieben. Sie sahen die Herausforderungen, mit denen die Bewohner dieses Landes konfrontiert sind und lernten, sie zu schätzen und zu respektieren. Viele sagen bis heute, dass die Zeit in Saada die schönste ihres Lebens war. So trug die Arbeit von Worldwide Services zum kulturübergreifenden Verständnis bei.

Jeder Besucher des Jemen wird eine gewisse Neugier dieses Volkes bestätigen können und das große Interesse an Religion. Religiöse Themen gehören – anders als in Deutschland – zu den Alltagsthemen. Wie fast alle Ausländer wurden auch Mitarbeiter von Worldwide Services immer wieder zu ihrer Religion befragt. Die jemenitische Verfassung verbietet solche Gespräche nicht. Sie gewährt Religionsfreiheit und dazu gehört auch das Recht, sich über Religionen zu informieren, was selbst in jemenitischen Schulbüchern geschieht.

Leider wurde im Sommer 2009 durch manipulative, verlogene Darstellung in der deutschen Presse ein vorschnelles Urteil über die Entführung von und den Mord an Mitarbeitern von Worldwide Services in der Nähe von Saada gefällt. Diese Art von Journalismus beachtet zum einen nicht den Paragraph eins des deutschen Grundgesetzes unter dem Deckmantel einer falsch verstandenen Pressefreiheit. Er schützt die Würde eines jeden Menschen, auch die Würde eines jeden Menschen, auch die Würde dieser Opfer. Zum anderen wurden – was absolut bedauernswert ist – die Leute von Saada in ein schlechtes Licht von Intoleranz und Brutalität gerückt. Dabei teilen sie – wie über die Jahre seit 1972 – Freud und Leid, den Schock, den Schmerz und das Nicht-Fassen-Können mit den Betroffenen.

Quelle: Jemen-Report der Deutsch Jemenitischen Gesellschaft (DJG) Heft 1/2010

Die Vorbereitungen für den Bau des Kinderdorfes laufen auf Hochtouren. Wir wollen euch daran teilhaben lassen.

Malawi Reisebericht März 2010