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erika1Wie schon so oft bin ich mal wieder am Anfang des Geschehens: Rita und Anita wurden im Jemen entführt. Weiter geht es nicht. Wir haben zwar einen Ort auf dem Friedhof, den wir besuchen, aber es ist nicht endgültig. Vielleicht schenkt es mir Gott als einen großartigen Trost. Es ist nur vorübergehend.

Ich schaue oft in die Wolken und sehe eure lachenden Gesichter. Wir vermissen euch sehr, jeder auf seine Art. Wenn es Lorena überkommt, dann will sie so wie Rita und Anita in der Bibel lesen, sich Notizen machen und so lieb sein, wie sie es waren. Vor kurzem hat Johannes einen Brief von Rita gefunden, der liebevoll an die „Tintenfische“ gerichtet wurde. Ich bete und hoffe so sehr, dass eure „Tintenfische, kleine, lustige Chaoten und Mäuschen“, wie ihr sie immer genannt habt, euer Christsein zum Vorbild nehmen und Jesus von Herzen nachfolgen. Gerne würde ich mit euch reden, viele geistliche Dinge durchsprechen, mit euch lachen und einfach ganz doll drücken.

Ja, der Himmel ist mir um einiges näher geworden. Ihr habt es vorgelebt, Jesus von ganzem Herzen lieben und daraus ist eure Liebe zu den Menschen entsprungen.

Spuren der Liebe habt ihr hinterlassen.

Wie freue ich mich auf den Augenblick, wenn wir gemeinsam unseren Erlöser in Vollkommenheit anbeten werden. Auf Wiedersehen. Eure T. Erika

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..6 Monate sind vergangen und noch immer ist die Frage nach dem „warum“ nicht beantwortet. Ich vermisse dich. Jeden Tag mehr. Noch immer ist er ganz weit weg: Der Gedanke, dass du nie wieder auf dieser Erde sein wirst. Der Schmerz und das Verlangen dich in den Arm zu nehmen wird schlimmer und immer mehr. Jeden Abend liege ich weinend im Bett und frage mich: „Wie sollen wir das aushalten?“ Wie sollen wir diesen Schmerz, der jeden Tag zunimmt, ertragen? Ich frage jeden Tag nach dem Sinn. Wieso musste es so kommen? Wieso du? Meine liebste und einzige Schwester! Trauer, Wut und Ratlosigkeit sind jeden Tag mehr in meinen Gedanken verbreitet. Ich vermisse dich so sehr … Du fehlst mir. Es ist unvorstellbar, dass ich mein Leben einfach weiter leben soll. Ich weiß es muss weitergehen und doch…

Diese Leere… etwas fehlt. Wo bist du? Kennst du mich noch? Denkst du an mich? Die Weihnachtstage sind vorbei. Das erste Weihnachten ohne dich. Es wird nie wieder so sein wie früher. Ich möchte gar nicht an die nächsten Feiertage und Geburtstage denken, wo du überall fehlen wirst. Ein Platz wird leer sein. Du bist unersetzbar. Meine liebe Schwester… Ich vermisse dich. Bitte vergess mich nicht. Mir fehlen unsere Gespräche, unsere Späße. Es fehlt mir einfach, Zeit mit dir zu verbringen. Deine Anrufe, deine E-mails und deine Sms, wo du mir immer geschrieben hast, wie lieb du mich hast. Ich hoffe, wir werden uns bald wiedersehen.

Ich liebe dich … deine kleine Schwester Kristin.

Es gibt nicht genug Worte womit man dich beschreiben könnte. Du bist einzigartig und ein toller Mensch. Jeder neue Tag wirft immer wieder die gleiche Frage auf: Warum du? Wer hat das zu verantworten? Was wollte Gott damit erreichen, als er dich uns weggenommen hat? Und jeder neue Tag bringt mir keine Antwort die auch nur annähernd zu verstehen ist. Wo ist meine große Schwester? Du fehlst mir so … Das ist alles was ich weiß. Dein lachen, deine Witze … ich habe die Zeit immer genossen die wir miteinander verbracht haben. Du warst mein großer Ratgeber… einfach meine große Schwester, mein halt … meine Stütze. Egal was war oder was ich verbockt habe, du hast mir nie einen Vorwurf gemacht, sondern mir nur geholfen da wieder rauszukommen. Du warst immer für mich da. Ich kann es nicht begreifen, ein Leben ohne dich führen zu müssen. Wer hat euch das angetan? Was waren seine Gedanken? Ich kann einfach nicht glauben, dass es das gewesen sein soll. Du kannst mich hier nicht alleine lassen… du wusstest alles über mich. Sachen, die keiner weiß. Wem soll ich sie nun anvertrauen? Du fehlst mir …

Ich habe so viele Fragen, aber auf keine bekomme ich eine Antwort. Wir waren so eine tolle Familie. Ich war so stolz auf meine großen Geschwister. Nun werde ich 18 und du kannst nicht dabei sein, obwohl wir uns beide so sehr darauf gefreut haben. Du hast mir so viel gegeben und mir beigebracht. Ich danke dir für alles. Ich bin so froh eine Schwester wie dich zu haben.

Ich vermisse dich … bitte komm zurück.

Deine kleine Schwester Kristin

Vorweg möchte ich sagen, dass ich stolz bin, Vater und Onkel dieser wunderbaren Mädchen zu sein, die alle guten Tugenden sichtbar in sich trugen!

Macht zu viel Christenliebe blind?“ So titelte die „Berliner Zeitung“. Ich sage: Nein! Christenliebe öffnet den Blick für die Not der Menschen – und das nicht aus dem Fenster eines klimatisierten Büros über den Dächern Berlins mit kaltem Kaffee auf dem Tisch, sondern da, wo Not ist, wo Hilfe benötigt wird, hautnah!

Am 01.06.09 um ca.14 Uhr fuhren wir (Rita, Anita und ich) von Allerbüttel los in Richtung Brake, wo Rita und Anita die Bibelschule besuchten. Von dort fuhren sie mit einem Schulfreund zum Frankfurter Flughaven, von wo der Flug nach Jemen stattfinden sollte. Es war eine schöne Fahrt mit den beiden. Wie verschieden sie auch waren, getrennt könnte ich mir die beiden gar nicht vorstellen. So sehr harmonierten Anita und Rita miteinander. Wir sprachen über ihre Sommerarbeiten, die beide noch nicht fertig hatten. Mich faszinierte die Begeisterung, die sie für die Bibel und für ihren Herrn Jesus Christus hatten!

Jemen war natürlich auch ein Thema. Rita und Anita waren sich sicher, dass es der richtige Weg sei und keine von ihnen hatte auch nur den geringsten Zweifel daran. Sie waren sehr froh, dass sie dieses Praktikum zusammen machen durften. Sie freuten sich auf die Aufgaben (egal welcher Art) in diesem Krankenhaus, auf die Menschen, auf eine neue Kultur, eine neue Sprache, die sie ganz toll fanden. Am liebsten hätte ich Anita und Rita bis nach Jemen gefahren, denn mit den beiden wurde es nie langweilig.

Die wenigen Eintragungen in Ritas Tagebuch über ihren kurzen Aufenthalt im Jemen bestätigen ihre Entscheidung für dieses Land.

Dass brutale, feige Mörder unsere lieben Kinder aus dem Leben rissen, ist ein Verlust, den man nie ersetzen kann. Aber die Spur, die sie hinterlassen haben, bleibt!

Alle negativen Berichte der Presse oder Sender sind im Altpapier gelandet. Das, was unsere Lieben in ihrem kurzen Leben bewirkt haben, bleibt in den Herzen und Gedanken von vielen, vielen Menschen für immer, bis unser HERR Jesus wiederkommt!

P.S.: Ob „Frontal 21“ über Urlauber auf Mallorca, die durch Bombenanschläge durch Terroristen gefährdet sind, genauso berichten würde, wie über Rita und Anita? (Urlauberkick) Man kann mit dem Zweiten auch blind sein.