Neueste Infos

Wir danken euch herzlich für das Interesse und für die Begleitung. Es bedeutet uns sehr viel. Nun ist fast ein Jahr vergangen, seit dem Verlust unserer Töchter. Sie fehlen uns sehr, die Sehnsucht ist oft schier unerträglich. Und doch sind wir Gott dankbar für die gute Erinnerungen und dass Er uns trägt und jeden Tag neuen Mut und Kraft zum weitermachen schenkt. Er lässt etwas Gutes entstehen und davon wollen wir euch gerne berichten.

Es gibt gute Nachrichten. Es ist soweit. Die Vorbereitungen für das neue Projekt in Malawi zu Ehren von Anita und Rita, „AUS LIEBE ZU JESUS“, laufen auf Hochtouren. Wir sind Gott sehr dankbar für vier freiwillige junge Menschen, die sich entschieden haben als Missionare in das Projekt zu gehen. Ein guter Freund der Mission „To All Nations“, ein Architekt, hatte angeboten die Zeichnung für das Baugrundstück zu übernehmen. Die fertige Zeichnung ist dem Bericht beigefügt. Am 05.06.10 fliegt eine Einsatzgruppe von 15 Personen aus Wolfsburg für 3 Wochen nach Malawi, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten und genau mit Bildern und Videos über die Fortschritte berichten, sobald die Gruppe Ende Juni wieder zurück ist.

Dieser schicke Toyota, den ihr unten auf den Bildern seht, wurde in den letzten Wochen für das Projekt besorgt.

Wir haben eine Bedarfsliste für Malawi erstellt. Schaut sie euch bitte durch. Wenn jemand etwas davon zu Hause liegen hat oder eine Möglichkeit hat es günstig zu besorgen, bitten wir um eine Nachricht über die im Impressum angegebene Kontaktemailadresse. Wir danken herzlich im Voraus für die Unterstützung und bleiben in Verbindung.

Im Jahr 1972 zog auf Wunsch der jemenitischen Regierung ein junges Arztehepaar von Worldwide Services nach Saada. Dort stand ein Klinikgebäude mit minimaler Ausrüstung. Niemand arbeitete dort.

Ständig wurde einheimisches Personal ausgebildet. Der weitaus größte Anteil der Mitarbeiter entstand ein medizinisches Angebot für den gesamten Regierungsbezirk Saada. Sowohl hinsichtlich der Qualität musst das Republican Hospital Saada den Vergleich mit anderen Krankenhäusern des Landes nicht scheuen, obwohl der Anteil einheimischer Arbeitskräfte wesentlich höher ist und die finanziellen Mittel wesentlich geringer als in den meisten anderen guten Krankenhäusern.

Ein Beispiel ist die zahnärztliche Abteilung: Viele Jahre wurden schmerzhafte Zähne einfach gezogen. Nachdem im Jahr 2000 ein Zahnarzt von Worldwide Services die Abteilung übernahm, beschäftigte das jemenitische Gesundheitsamt sechs qualifizierte Facharbeiter im zahnmedizinischen Bereich in dieser Abteilung. Ihre Ergebnisse waren von unvergleichlicher Qualität im Regierungsbezirk.

Bis 1994 war das Krankenhaus eine reine Männerdomäne im Hinblick auf das Personal. Worldwide Services beschäftige Frauen als Mitarbeiter für die hilfsbedürftigen Frauen und bot 1994 einen Kurs für Hebammen in Zusammenarbeit mit dem jemenitischen Gesundheitsministerium an unter der Bedingung, dass diese Frauen dann auch im Krankenhaus arbeiteten. Zuvor übernahmen jemenitische Krankenpfleger gelegentlich die Arbeit im Kreißsaal, wenn keine Hebamme von Wordwide Services dafür frei war. Die Familien dieser Frauen erlaubten, dass sie zusammen mit einer Mitarbeiterin von Wordwide Services im Dienst waren. Mittlerweile sind etwa ein Viertel aller Angestellten im Krankenhaus Frauen. So übernehmen die jemenitischen Hebammen auch selbstständig Dienste. Der gemeinsame Dienst von diesen Hebammen und wenigen Hebammen von Worldwide Services war bei den Frauen so beliebt und ihr Ruf so gut, dass jährlich die Anzahl der Geburten stieg. Dabei lag die Komplikationsrate weit unter dem Landesdurchschnitt. Diese Entwicklung wäre nicht möglich gewesen ohne die gute Zusammenarbeit zwischen Worldwide Services und den örtlichen Behörden sowie der Unterstützung aus der Bevölkerung.

Über die Jahre lernten hunderte von Leuten durch Worldwide Services den Jemen kennen und lieben. Sie sahen die Herausforderungen, mit denen die Bewohner dieses Landes konfrontiert sind und lernten, sie zu schätzen und zu respektieren. Viele sagen bis heute, dass die Zeit in Saada die schönste ihres Lebens war. So trug die Arbeit von Worldwide Services zum kulturübergreifenden Verständnis bei.

Jeder Besucher des Jemen wird eine gewisse Neugier dieses Volkes bestätigen können und das große Interesse an Religion. Religiöse Themen gehören – anders als in Deutschland – zu den Alltagsthemen. Wie fast alle Ausländer wurden auch Mitarbeiter von Worldwide Services immer wieder zu ihrer Religion befragt. Die jemenitische Verfassung verbietet solche Gespräche nicht. Sie gewährt Religionsfreiheit und dazu gehört auch das Recht, sich über Religionen zu informieren, was selbst in jemenitischen Schulbüchern geschieht.

Leider wurde im Sommer 2009 durch manipulative, verlogene Darstellung in der deutschen Presse ein vorschnelles Urteil über die Entführung von und den Mord an Mitarbeitern von Worldwide Services in der Nähe von Saada gefällt. Diese Art von Journalismus beachtet zum einen nicht den Paragraph eins des deutschen Grundgesetzes unter dem Deckmantel einer falsch verstandenen Pressefreiheit. Er schützt die Würde eines jeden Menschen, auch die Würde eines jeden Menschen, auch die Würde dieser Opfer. Zum anderen wurden – was absolut bedauernswert ist – die Leute von Saada in ein schlechtes Licht von Intoleranz und Brutalität gerückt. Dabei teilen sie – wie über die Jahre seit 1972 – Freud und Leid, den Schock, den Schmerz und das Nicht-Fassen-Können mit den Betroffenen.

Quelle: Jemen-Report der Deutsch Jemenitischen Gesellschaft (DJG) Heft 1/2010

Die Vorbereitungen für den Bau des Kinderdorfes laufen auf Hochtouren. Wir wollen euch daran teilhaben lassen.

Malawi Reisebericht März 2010

erika1Wie schon so oft bin ich mal wieder am Anfang des Geschehens: Rita und Anita wurden im Jemen entführt. Weiter geht es nicht. Wir haben zwar einen Ort auf dem Friedhof, den wir besuchen, aber es ist nicht endgültig. Vielleicht schenkt es mir Gott als einen großartigen Trost. Es ist nur vorübergehend.

Ich schaue oft in die Wolken und sehe eure lachenden Gesichter. Wir vermissen euch sehr, jeder auf seine Art. Wenn es Lorena überkommt, dann will sie so wie Rita und Anita in der Bibel lesen, sich Notizen machen und so lieb sein, wie sie es waren. Vor kurzem hat Johannes einen Brief von Rita gefunden, der liebevoll an die „Tintenfische“ gerichtet wurde. Ich bete und hoffe so sehr, dass eure „Tintenfische, kleine, lustige Chaoten und Mäuschen“, wie ihr sie immer genannt habt, euer Christsein zum Vorbild nehmen und Jesus von Herzen nachfolgen. Gerne würde ich mit euch reden, viele geistliche Dinge durchsprechen, mit euch lachen und einfach ganz doll drücken.

Ja, der Himmel ist mir um einiges näher geworden. Ihr habt es vorgelebt, Jesus von ganzem Herzen lieben und daraus ist eure Liebe zu den Menschen entsprungen.

Spuren der Liebe habt ihr hinterlassen.

Wie freue ich mich auf den Augenblick, wenn wir gemeinsam unseren Erlöser in Vollkommenheit anbeten werden. Auf Wiedersehen. Eure T. Erika

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Hier gibt es nun aktuelle Informationen über den Planungsstand zum Kinderprojekt in Malawi:

Es ist nun gut ein Jahr her, dass wir mit Anita das letzte Sylvester feiern durften. Damals stellte sich für uns die Frage, was das Jahr 2009 bringen würde. Viele wussten es nicht so recht, wir gingen also mit Spannung und Neugier in ein neues Jahr. Auch Anitas Weg war ihr noch nicht bekannt. Sie wollte die Bibelschule beenden und war gespannt, was Gott für sie vorbereitet hat. Niemand hätte je ahnen können, dass dies unser letztes Sylvester mit ihr sein sollte.

Es war eine wirklich schöne Feier, wir haben viel Spaß mit Anita gehabt. Ihre Lebensfreude war so mitreisend und ihr lachen hat uns immer angesteckt. Sie war in allem so selbstlos und doch voller Zufriedenheit und Freude.

Schon nach wenigen Tagen im neuen Jahr merkten wir, dass dieses kein einfaches werden würde. Mein Mann wurde mit einer schweren Lähmung ins Krankenhaus eingeliefert und verbrachte anschließend über 6 Monate in der Reha-Klinik. Anita war in dieser schweren Zeit für uns beide da. Sie hat uns einige Male in der Klinik besucht, wir erhielten Karten, Anrufe, regelmäßig, ermutigende SMS und sie sprach viele Gebete für uns und mit uns. Das war für uns beide so tragend und tröstend. Doch genau so haben wir Anita unsere ganze Freundschaft über erlebt: Sie war da,…sie war so oft für uns da.

Die Nachricht über ihren Tod hat uns den Boden unter Füßen weggerissen. Es war ein tiefer, stechender Schmerz, der bis heute anhält. Wir begreifen es immer noch nicht und noch immer können wir es nicht glauben, das etwas dermaßen schreckliches, einem solch liebevollen Menschen passieren musste. Immer noch gibt es so viele Fragen, die sich nicht beantworten wollen.

Gott hat uns eine Freundin geschenkt, die uns so viel durch ihre Worte und vor allem Taten gelehrt hat. Sie war ein Geschenk des Himmels. Und obwohl sie nicht mehr unter uns ist, lebt sie in unseren Herzen weiter, wenn wir das leben, was sie gelebt hat. Sie war, ist und bleibt ein Vorbild.

Gott hat das Leben von Anita und Rita auf dieser Erde beendet, doch wir wissen, dass sie leben und wir uns schon bald wieder sehen werden und wer weiß, vielleicht schon in diesem Jahr.